Ohne Herkunft keine Zukunft

Ein kunst- und tanztherapeutisches Angebot für geflüchtete Frauen zwischen 18 und 26 Jahren

Am Dienstag den 2.5.17 beginnt im Theater im Viertel das Projekt „Ohne Herkunft keine Zukunft“, ein kunst- und tanztherapeutisches Angebot für Flüchtlingsfrauen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die in der Landesaufnahmestelle Lebach untergebracht sind oder in Kommunen wohnen. Das Projekt wird gemeinsam durchgeführt von der Flüchtlingsarbeit Lebach des Diakonischen Werkes an der Saar (DWSAAR), dem Jugendmigrationsdienstes Völklingen des DWSAAR, dem Theater im Viertel und dem Frauennotruf Saarland. 

Über einen Zeitraum von fünf Monaten wird in einem zweistündigen, wöchentlichen Termin kreativ-therapeutisch mit Flüchtlingsfrauen gearbeitet und im September ist zum Abschluss eine kleine Präsentation geplant.

Durchgeführt wird das Angebot von Eva Leinen, integral-therapeutische Tanz- und Ausdruckspädagogin mit Weiterbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, und Birgit Körner, Kunst- und Gestaltungstherapeutin, die gemeinsam das Konzept entwickelt haben.

Ziele der Maßnahme sind: Psychische Belastungen auffangen, abmildern, bevor sie einen dramatischen Krankheitswert erlangen und die Hinführung (bzw. Rückführung) in ein selbstbestimmtes Leben innerhalb unserer Gesellschaft. Die Kernidee des Konzeptes ist die Neu-, Anders- und auch Positivbewertung von mit der Flucht verbundenen Erlebnissen und Erfahrungen in ihrer Bedeutungshaftigkeit. Es soll ein Bewusstsein für die eigenen Stärken entwickelt werden und dadurch der Wille zur aktiven und kreativen Gestaltung des eigenen Lebens nachhaltig positiv beeinflusst werden. Die Förderung der Sprachkompetenz ist ein weiteres Ziel der Arbeit. Das Konzept verbindet somit kreativ-therapeutisches Arbeiten und Spracherwerb. Damit rückt es die beiden Bereiche in den Fokus, die sich im Hinblick auf gelingende Integration am drängendsten zeigen: Die Bearbeitung psychischer Konflikte und das unterstützende Hinführen zur Sprachkompetenz, die einen wichtigen Schlüssel zur Teilhabe an unserer Gesellschaft darstellt.

Die überwiegend non-verbale Arbeitsweise eröffnet die Möglichkeit, chronische traumatische Schäden und ihre (Langzeit-)Folgen zu einem günstigen Zeitpunkt aufzufangen und abzumildern bzw. die Vulnerabilität zur Ausbildung späterer, schwerer Störungen herabzusetzen.

Darüber hinaus wird in der Gruppe von Flüchtlingsfrauen die Arbeit und Angebote des Frauennotrufs vorgestellt werden, so dass die Frauen im Bedarfsfall über die Hilfsangebote informiert sind und Beratung in Anspruch nehmen können - und diese Information auch in ihrer Community weitertragen können.

Gefördert wird das Projekt von dem Bundesprogramm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Unterstützt wird das Projekt darüber hinaus von der Kirche eli.ja, Kirche der Jugend Saarbrücken, die an einigen Tagen ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen, damit das Projekt auch während der Sommerpause weiterlaufen kann.

Bei Interesse wenden Sie sich an: Diakonisches Werk an der Saar gGmbH, Flüchtlingsarbeit Lebach, Projekt NOUR, Verena Schmidt, Tel: 06881-4783, Email: verena-schmidt@dwsaar.de